Apr 02 2012

Fett? – Weg damit!

Fett, bzw. Fettzellen, Apoziten

Gewebe weißer Fettzellen (Apoziten)

Fett – die Funktionsweise der Fettzellen

Fett, oder besser, körpereigenes Fett, die Geisel mittlerweile nicht nur der westlichen Industrieländer. Bereits in früher Kindheit wird entschieden, ob ein Mensch im späteren Leben fettleibig ist oder schlank. Verantwortlich dafür ist eine falsche Ernährung mit Süßigkeiten oder süßen Getränken,Pommes etc.

Dies fördert die Entwicklung der Fettzellen .  Schlanke erwachsene Menschen haben manchmal nur 20 Milliarden Fettzellen, sehr dicke bis 150 Milliarden oder mehr. Normale Fettzellen sind zwischen 0,3 und 0,9 millionstel Gramm (Mikrogramm) schwer. Sie können jedoch große Mengen an Triglyzeriden (Fettmoleküle) aufnehmen.

Bei Kindern und Heranwachsenden füllen sich zunächst die Adipozyten (Fettzellen). Sie werden dabei bis 1,2 Mikrogramm schwer. Danach bauen sich durch hormonelle Impulse weitere Fettzellen auf. Eine Veranlagung für späteres Übergewicht wird so vorprogrammiert.

Das eigentliche Problem übergewichtiger Menschen sind jedoch sogenannte Prä-Adipozyten. Das sind leere Fettzellen, von denen jeder schlanke Mensch rund 60 Milliarden besitzt. Die befinden sich im Unterhautgewebe und rund um die Organe. Bei anhaltender Fehlernährung erhalten diese den Befehl, sich zu öffnen. Und dann wird´s schlimm. Sie können bis zum 200-fachen ihrer normalen Größe aufquellen. Das  macht bei einem extrem dicken Menschen allein 100 Kilogramm Körpergewicht aus.

Fettzellen sind kein Öltank, in dem der Brennstoff im Sommer eingelagert wird und im Winter im Heizkessel verbrannt wird, sondern ein hochkompliziertes Gebilde. Bereits beim Kauen werden Kohlenhydrate  in den Blutgefäßen sogenannte Lipo-Protein-Lipasen (LPL) aktiviert, welche die zirkulierenden Cholesterin-Triglyzeride unter anderem in freie Fettsäuren aufspalten  . Und die werden werden ohne weiteres ins Innere der Fettzellen verfrachtet. Und je dicker ein Mensch ist, um so  geschmierter läuft die Fettaufnahme. Mit jedem Pfund Gewichtsverlust wird die LPL-Konzentration im Blut geringer. Ein einziges Stück Kuchen aber regeneriert die LPL-Moleküle innerhalb weniger Stunden. Von einem 150 Gramm schweren Stück Torte kann man im Extremfall ein ganzes Kilo zunehmen.  Diesen Vorgang nennt man Lipogenese.

Das Gegenteil nennt man Lipolyse, sie ist das Freisetzen von Fett. Und die funktioniert nach ganz anderen, hochkoplizierteren Regeln. Bei erhöhtem Energiebrennstoff  werden Stresshormonmoleküle wie Adrenalin, Noradrenalin,  Glukagon, Cortisol und andere ausgeschüttet und  zu den Fettzellen transportiert. Dort docken sie an Rezeptoren an der Außenhülle der Zellen an und melden Energiebedarf an. Innerhalb der Zelle geben jetzt G-Proteine (Guaninnucleotid-bindendes Protein) den Befehl weiter, worauf diese als Helfermoleküle sogenannte cAMPs (cyclisches Adenosin-Monophosphat) produziert, die ihrerseits die Tryglyzeride in jeder Fettzelle in die Blutbahn leiten-

Diese beiden Vorgänge der Lipogenese und der Lipolyse wechseln sich im Organismus eines gesund ernährten und schlanken Körpers den Tag über ständig ab. Das Fett in den Speckpolstern ist also kein Haufen regloser freier Fettsäuren, sondern  wird ständig auf- und abgebaut und ist immer in Bewegung.

Das einzige Problem beim Abspecken ist ganz einfach die Ipogenese (den Fetteinbau also) abzubremsen und die Lipolyse (den Fettabbau) zu beschleunigen und hat mit Hungern, Fasten, Kalorien zählen und so weiter überhaupt nichts zu tun.

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