Mrz 30 2012

Richtige Ernährung damals und heute

Evolution richtige Ernährung

Was ist die richtige Ernährung?

Richtige Ernährung – was hat man darunter zu verstehen? Die frühesten Vertreter der Menschheit – die Arten der Gattung Australopithecus – ernährten sich, vergleichbar den heutigen Pavianen, von einer überwiegend pflanzlichen Kost. Die Beschaffenheit ihrer Zähne lassen darauf schließen. Der spätere Homo rudolfensis hat vermutlich gleichfalls überwiegend pflanzliche Nahrung zu sich genommen, während Homo habilis (mit dessen Fossilien Steinwerkzeuge und Schnittspuren an Knochen gefunden wurden), vermutlich bereits das Fleisch großer Wirbeltiere verzehrt hat. Als dann das Hirnvolumen immer weiter zunahm (Homo erectus). gehen viele Wissenschaftler von einem erhöhten Bedarf tierischer Proteine für  diese Phase aus,  da die Vertreter dieser Gattung nur über ein kleines Gebiss verfügten und die ostafrikanische Savannen mit ihrer spezifischen Vegetation dem Menschen keine entsprechende verwertbare Pflanzenkost bieten konnte. Gräser konnten überhaupt nicht und harte Wurzelkost nur von der Australopithecinen-Untergruppe Paranthropus robustus verdaut werden. Erst mit dem Umgang mit Feuer konnten neue Nahrungsquellen erschlossen werden.

Funde von Waffenresten belegen eindeutig, dass spätestens vor 450.000 Jahren in Europa menschliche Jagdaktivitäten stattfanden. Es wird ein stetig wachsender Fleischanteil in der Ernährung vermutet, was aber nicht unwidersprochen ist. Knollen und Zwiebeln könnten doch einen höheren Anteil an der Nahrung des Homo erectus gehabt haben, andererseits aber könnten Kleintiere wie Nager oder Schildkröten zur Deckung des Nahrungsbedarfs gedient haben.

In den vergangenen Jahrzehnten haben sich Ernährung und Ernährungsgewohnheiten jedoch massiv verändert. Konserven und Tiefkühlkost drängen frische Produkte zunehmend in den Hintergrund. Zahlreiche vorproduzierte Nahrungsprodukte müssen nur noch mittels eines letzten Schrittes (zumeist Mikrowelle) konsumfertig gemacht werden. Um diese Convenience-Produkte aber kostengünstig lange lagerbar herstellen zu können, müssen sie denaturiert und mit Konservierungsmittel (vorwiegend Zucker) versetzt werden. Dies bedeutet eine Zunahme der Energieträger und eine Abnahme der Mikronährstoffe. Die Produktion mit qualitativ minderwertigen Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen ist einfach und billig. Übergewicht und Übersäuerung des Körpers und Verlust an vitalen Funktionen sind die Folge.

Das Resultat ist eine Überversorgung an Kalorienträgern und eine Verarmung an Vitaminen, Spurenelementen und pflanzlichen Inhaltsstoffen. Im Vergleich zweier Studien (1985 des Pharmakonzerns Geigy sowie 1996 des Lebensmiittellabor Karlsruhe und  des Schwarzwald Sanatoriums Oberthal, Deutschland) konnte gezeigt werden, dass der Nährstoffgehalt in den unterschiedlichsten Obstsorten, egal ob heimische Produkte oder exotische Früchte, um 70 bis 80% zurückgegangen ist. Verantwortlich dafür sind die zunehmende weltweite Verwendung von Pestiziden und Herbiziden, immer frühere Ernten (also unreife Früchte), Bestrahlung und Begasung zur Konservierung aber auch unsachgemäße Lagerung. Gentechnologie minimiert weiter die Qualität von Obst und Gemüse. Ein Ende der Entwicklung ist nicht in Sicht, im Gegenteil, die Eingriffe in natürliche Wachstums- und Reifungsprozesse werden noch zunehmen. Ein weiterer Beitrag zur Unterversorgung von Mikronährstoffen: Der Konsum einer Zigarette, egal ob als Aktiv oder Passivraucher, entzieht dem Körper wichtige Vitamine und Spurenelemente. Ähnliches gilt für die Strahlenbelastung sowie für körperlichen (z.B. ungesunder, überfordernder Sport) und psychischen Stress.

Die durchschnittliche Lebenserwartung ist in unseren westlichen Industrienationen bekanntlich gestiegen, sie liegt  bei Frauen bereits über 80 Jahren und bei Männern über 70. Andererseits gibt es jedoch eine Nation, in der diese wieder rückläufig ist, die USA. Ein im Jahr 2004 geborener US-Amerikaner hat statistisch gesehen eine kürzere Lebenserwartung als sein 1980 geborener Landsmann.

Die richtige Ernährung heute?

Über die richtige Ernährung streiten sich die Geister. Grundsätzlich kann nicht von einer einzigen „natürlichen“ Ernährungsweise des Menschen gesprochen werden vielmehr liegen die Vorteile des Menschen gerade in der Unbestimmtheit seiner Ernährung. Nur so konnte er an jedes Öko-System der Erde anpassen. Während sich die Evenki in Sibirien, die Inuit und ebenso die Neandertaler sich überwiegend fleischlich ernährten, lebten die Völker in den Anden in erster Linie von pflanzlichen Nahrungsmitteln. Eine ausreichende Pflanzenkost ist für den menschlichen Organismus vorteilhaft, da er im Gegensatz zu reinen Fleischfressern, wie Löwen, Tigern, Wölfen etc., selbsttätig kein Vitamin C synthetisieren kann. Meist reicht jedoch auch bei einer Ernährung mit vorwiegend frischem Fleisch und Innereien der Vitamin C-Gehalt tierischer Lebensmittel aus, um Mangelerscheinungen zu verhindern (100 g Schweineleber z. B. enthalten 23 mg Vitamin C, Schweinehirn 18 mg).

Doch hat sich aber vor allem in den Industrieländern die Ernährungsweise von den traditionellen Formen wegentwickelt. Zunehmende sitzender Tätigkeiten und weniger körperliche Betätigung veränderten den Kalorien- und Nährstoffbedarf insgesamt, es entstand somit bei vielen Menschen ein Missverhältnis zwischen Nährstoffbedarf und Nährstoffzufuhr. Deshalb wird die Frage nach der „richtigen“ Ernährung wegen der Bedeutung für die Gesundheit in Abhängigkeit von der Lebensweise durch die Diätetik wissenschaftlich erforscht. Mittlerweile gibt es eine unüberschaubare Vielzahl von Ansichten, Theorien und Lehren über die sogenannte „richtige“ Ernährung gibt, die oft weltanschaulich beeinflusst sind. Beispiele sind die Theorien von der Vollwerternährung, die Rohkost-Lehre, die Ernährung nach den 5 Elementen aus der Traditionellen Chinesischen Medizin, die Ayurveda-Lehre, die Makrobiotik (Ernährungswissenschaft aus der Perspektive von Yin und Yang), die Trennkost-Lehre und die Steinzeiternährung.

Die Frage scheint also nicht zu sein, was wir essen, sondern eher wie viel wir von was essen.

Die Alte Ernährungspyramide nach der DGE

So sah man eine richtige Ernährung vor noch nicht allzulanger Zeit (vielfach aber auch heute noch). Die alte Ernährungspyramide nach der DGE – diese Aufteilung, hauptsächlich in Bezug auf die Kohlenhydrate, sieht man heute kritischer

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat Regeln zur Zusammenstellung formuliert, die mit dem Begriff Vollwertige Ernährung umschrieben werden. Der Ernährungskreis der DGE ist ein erstmals 1956 entwickeltes grafisches Schema für die von ihr vertretene Vollwerternährung. Später kam eine Ernährungspyramide hinzu.

Verschiedene Gruppen von Lebensmitteln werden in einem Kreis, jeweils mit ihrem empfohlenen Anteil an der Gesamternährung, symbolhaft durch Vertreter der Lebensmittelgruppen dargestellt. Seit 2003 symbolisiert ein Glas Wasser in der Mitte des Kreises die tägliche empfohlene Menge an Getränken, die konsumiert werden soll.
Die Lebensmittelgruppen und ihr empfohlener Anteil an der Gesamtnahrungsaufnahme:

Getreide, Getreideerzeugnisse, Kartoffeln 30 % – Gemüse, Salate 26 % Obst 17 %  – Milch, Milchprodukte 18 % – Fleisch, Wurst, Fisch, Eier 7 % – Fette, Öle 2 %. Bei Beachtung dieser Vorgaben setzt sich die tägliche Energieaufnahme wie folgt zusammen: 30 Prozent Fette, 10 bis 15 Prozent Eiweiß, 55 bis 60 Prozent Kohlenhydrate.

Doch das sieht man heute kritischer und die ist umstritten: Langzeituntersuchungen (Nurses‘ Health Study) in den USA haben ergeben, dass Personen, die vorwiegend Kohlenhydrate in Form von Weißmehl und Zucker zu sich nehmen, eher an Übergewicht leiden. Für eine neue Pyramide sind jedoch noch keine Langzeitstudien vorhanden. Aufgrund der neueren Erkenntnisse und den kontroversen Meinungen existieren von unabhängigen Fachleuten keine eindeutigen Aussagen. Jedoch kristallisiert sich in letzter Zeit eine neue Ernährungsform heraus: Die LOGI-Methode.

Quellne:

Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Ern%C3%A4hrungswissenschaft

Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Ern%C3%A4hrung_des_Menschen

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