Apr 21 2012

Das metabolische Syndrom oder Sydrom X

Das metabolische Syndrom

Die Zuckerkrankheit erhöht das Herz-Kreislauf-Risiko weiter. Herzinfarkt und Schlaganfall zählen zu den häufigsten Todesursachen weltwei

Das metabolische Syndrom – weit verbreitet, aber wenig bekannt

Etwa jeder vierte Erwachsene weltweit ist betroffen und selbst bei Kindern und Jugendlichen wird das metabolische Syndrom immer öfter gefunden: Das metabolische Syndrom, auch Sydrom X genannt.

Und die Zahlen sollen noch weiter steigen. Doch die wenigsten wissen um ihre prekäre Situation. Das Risiko, an einem Schlaganfall oder einem Herzinfarkt zu sterben, ist bei jenen, die am metabolischen Syndrom erkrankt sind, dreifach erhöht, das Risiko, an einer Diabetes zu erkranken sogar um das fünffache.

Die Zuckerkrankheit erhöht das Herz-Kreislauf-Risiko  weiter. Herzinfarkt und Schlaganfall zählen zu den häufigsten Todesursachen weltweit, ihrer Vorbeugung sollte daher die größte Aufmerksamkeit zuteil werden. Die gute Nachricht ist aber ist, dass das metaolische Syndrom mit einer Umstellung zu einem gesunden Lebensstil gut behandelbar ist. Geschieht dies jedoch nicht, kann es dann cascadenartig von einer Störung zur nächsten kommen, die zudem noch oft ineinander übergreifen und sich gegenseitig in ihrer Wirkung verstärken.

Die wichtigsten Stellschrauben zu einem gesünderen Lebensstil und zu mehr Lebensqualität sind

  • eine schmackhafte, nährstoffreiche und gewichtsstabilisierende Ernährungsaweise
  • gegebenenfalls eine Gewichtsabnahme
  • regelmäßige und ausreichende Bewegung
  • Stressmanagement und
  • Nicotinverzicht

Eine gesündere Lebensweise wirkt gegen alle Elemente des metabolischen Syndroms in seiner Gesamtheit, Medikamente dagegen immer nur gegen eine Komponente. In punkto Ernährung bietet sich hierbei die LOGI-Methode an.

Die Risikofaktoren im Einzelnen

Risikofaktor Übergewicht als Auslöser für weitere Risiken

Ein zu hohes Körpergewicht fördert die Entwicklung zur Insulinresistenz, was zu weiterren Stoffwechselstörungen führen kann. Damit wiederum steigt das Risiko zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einigen Krebsarten. Das heißt aber nicht, dass jeder Dicke zu diesen Störungen leidet und nicht jeder Schlanke bleibt davon verschont. Die Fettverteilung beeinflusst dabei das Risiko. Menschen mit starkem Fettansatz im Innenraum des Bauches (sogenannte Apfeltypen) sind besonders gefährdet. Die Birnentypen, mit Fettansatz an Hüften und Gesäß, haben dabei weiniger Probleme. Denn Fettzellen im Bauchinnenraum sind sehr aktiv. Sie setzen große Mengen von Fettsäuren frei, die in Leber und Muskeln eine Insulinresistenz auslösen.  Weitere Stoffwechselstörungen sind die Folge. Treten diese gemeinsam auf, spricht man vom „metabolischen Symdrom“.

Diese Risikofaktoren sinken im Normalfall, wenn der Betroffene abspeckt. Aber bis zu 90 Prozent nehmen nach einem Gewichtsverlust dann rasch wieder zu, in vielen Fällen mehr als das Ausgangsgewicht. Man spricht dann von einem sogenannten Schaukelgewicht oder umgangssprachlich ausgedrückt vom Jojo-Effekt. Vermeiden lässt sich dies nur durch eine dauerhafte Umstellung der Essgewohnheiten.

Neuere Studien weisen da auf eine auf eine eiweißbetonte und kohlenhydratreduzierte Kostform hin, welche Vorteile beim Abnehmen und Gewicht halten bieten. Hier bietet sich die LOGI-Methode als ideale Dauerlösung  an.

Risikofaktor Zuckerstoffwechelstörungen

Eine wichtige Energiequelle für unseren Körper ist Zucke. Speziell unsere Nerven benötigen diese Energieform. Wir nehmen ihn mit der Nahrung auf oder in Form von stärkehaltigen Lebensmitteln wie Nudeln, Brot, Kuchen oder Gebäck. Diese Stärke wird mit der Verdauung zu Einfachzucker abgebaut. Um diesen jedoch verwerten zu können, benötigt der Körper Insulin. Zucker und Insulin kommen also eine Schlüsselstellung zu.

Kohlenhydrate heben den Blutzuckerspiegel an und setzen somit Insulin frei. Besonders schnell steigt der Blutzuckerspiegel bei zuckerhaltigen Getränken oder Speisen aus Weißmehl oder solchen mit viel Zucker. Entsprechend viel Insulin schießt ins Blut. Ein gesunder Mensch steckt das locker weg, doch wer für solche mit einem metabolischen Syndrom ist dies das reinste Gift. Denn ihr Insulin- und Zuckerspiegel sind bereits erhöht und Insulin wirkt nicht mehr so richtig, da sie womöglich bereits insulinresistent sind.

Eine kohlenhydratreiche Kost, wie sie leider immer noch vielfach empfohlen wird, verschärft diese Situation noch zusätzlich.  Zucker- und stärkearme Gemüse sowie Salate und Hülsenfrüchte sind da besser geeignet. In Maßen genossene Vollkornprodukte sind auch noch in Ordnung.

Von der Insulinresistenz zum Diabetes

Eine Insulinresistenz kann lange unbemerkt bestehen. Auch der Arzt bemerkt oft nichts, denn der Körper schafft es zunächst, mit immer höheren Insulinkonzentrationen den Blutzuckerspiegel im Normalbereich zu halten. Irgendwann schafft es die Bauchspeicheldrüse oft nicht mehr, genügend Insulin herzustellen. Dann ist der Blutzuckerspiegel dauerhaft hoch. Werden bestimmte Grenzen überschrittten, hat man dann einen handfesten Diabetes Typ 2.

Die ihm zugrundeliegende Störung ist die Insulinresistenz. Wird diese nicht behoben, bleibt der übermäßige Insulinbedarf bestehen. Auch Typ 2 Diabetiker schwimmen förmlich im Insulin und letztendlich prodzuziert die Bauspeicheldrüse gar kein oder nur noch wenig Insulin. Es muss dann Insulin gespritzt werden.

Früher nannte man den Typ 2 Diabetes auch Altersdiabetes.  Doch inzwischen findet man ihn immer öfters auch bei jüngeren Menschen und in letzter Zeit auch häufig schon bei Kindern. Mittlerweile sind es weltweit etwa 250 Millionen Menschen, die daran leiden und es sollen bald mehr als 300 Millionen sein. Und diese Krankheit ist brandgefährlich, im Endeffekt zerstört sie die Blutgefäße im Körper. Und zwar kleine und große und es gibt Probleme in allen Organen. Bekommt man diese Krankheit nicht in den Griff, drohen schwerste Komplikationen, vom Herzinfarkt bis zur Blindheit und Nierenversagen.

Risikofaktor Fettstoffwechsel

Sind die Blutwerte hinsichtlich der Fette (Triglyceride) und des Cholesterins verändert, so liegt meistens eine Fettstoffwechselstörung vor.  Lange Zeit stand der Gesamtcholesterinspiegel im Vordergrund, doch das sieht man heute differenzierter. Es gibt mehrere Cholesterinarten, die zusammen mit dem Blutfettgehalt genauere Aussagen über das gesundheitliche Risiko ermöglichen.

Da ist zum einen das (böse) VDL- und das weniger bekannte, ebenfalls risikobehaftete  LVDL-Cholesterin zu nennen, sodann das (gute) HDL-Cholesterin.  Man nennt es deshalb gut, weil es offenbar vor Herzinfarkt schützt.  He höher die Konzentration im Blut, je geringer ist das Risiko. Alle anderen erhöhten Blutwerten sind ungünstig für Herz und die Gefäße. Bei niedrigem, beziehungsweise nur leicht erhötem Cholesterin, finden sich jedoch deutlich erhöhte Blutfettwerte bei gleichzeitig niedrigem HDL-Cholesterinwert. Für Menschen mit metabolischem Syndrom sind solche Werte typish. Eine solche Konstellation wird durch Insulinresistenz zusätzlich gefördert.

Als Folge entstehen in den Blutgefäßen eine Ablagerung aus Cholesterin, Fett und Kalk, die von einer faserigen Substanz zusammengehalten werden. Man nennt sie Plaques, den Vorgang nennt man Arterioskleose.. Es kommt dabei zu einer Verengung der Blutgefäße, was den Blutfluss und somit den Sauerstofftransport beeinträchtigt, zum Beispiel am Herzmuskel. Es entstehen stechende und ziehende Brustschmerzen. man bezeichnet dies als Angina pectoris. Sind die Gefäße völlig verstopgt, kommt es zum Herzinfarkt oder Schlaganfall. Dies kann aber auch durch eine grpße Verengung entstehen, meist kommt dann noch ein Blutgerinnsel hinzu, das sich von dem Plaque löst.

Risikofaktor Bluthochdruck

Einen erhöhten Blutdruck merkt man kaum, dennoch ist er auf Dauer gesehen gefährlich. Er bewirkt eine Überbeanspruchung des Herzens, was zu einer Überbeanspruchung und Vergrößerung dieses Organs führen kann und eine Herzschwäche verursachen kann. Aber auch die großen und kleinen Blutgefäße nehmen Schaden. Sie verkalken umso schneller, je höher der Blutdruck ist. Sie verengen sich dadurch und verlieren ihre Elastizität. Es entstteht eine Arteriosklerose, die einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt herbeiführen kann.

Die wichtigsten Faktoren zur Entstehung des Bluthochdrucks sind neben Stress und rauchen sind auch hier die Facetten des metabolischen Syndroms, nämlich Übergewicht, zu wenig Bewegung und falsche Ernährung. Das Thema Ernährung wird häufig noch auf eine verminderte Verwendung von Kochsalz reduziert. Inzwischen weiß man jedoch, dass weitere Ernährungsfaktoren den Blutdruck bestimmen. Bei weitem nicht alle Menschen reagieren mit Bluthochdruck bei hoher Salzzufuhr. Und umgekehrt sinkt dieser bei salzreduzierter Kost nicht bei allen. Die Mehrheit der gesunden Menschen gilt als salzresistent, Salz spielt hier in punkto Blutdruck keine Rolle. Die Salzempfindlichkeit ist bei den Bluthochdruckpatienten und beim metabolischen Syndrom jedoch hoch. Das liegt daran, dass die Insulinkonzentration im Blut das Salz zurückhält.

Aber Natrium ist nicht gleich Kochsalz. Natrium regelt den Wasserhaushalt und das Säuren-Basen-Gleichgewicht und ist an der Erregbarkeit der Muskeln und Nerven beteiligt. Es ist ein lebenswichtiges Mineral. Der blutdrucksteigernde Effekt bei salzempfindlichen Personen beruht nicht auf dem Natrium, sondern auf dem Kochsalz, also Natrium nur in Verbindung mit Chlorid. Bei Menschen mit metabolischem Syndrom kann eine Salzarme Diät jedoch zu unerwünschten Reaktionen führen: Die Menge des Insulins, des Cholesterins und der Triglyceride kann anszeigen. Eine Salzarme Kost richtet vermutlich mehr Schaden an, als sie Nutzen bringt.

Mineralstoffe wie Kalium, Calcium und Magnesium wirken mit steigender Menge blutdrucksenkend und sind Gegenspieler des Kochsalzes. Gute Quellen hierfür sind Obst, Gemüse, Nüsse, mageres Fleisch und Fisch. Sie können auch anstelle von raffiniertem Kochsalz naturbelassenes Himalaja- oder Meersalz verwenden. Aber auch hochwertige Eiweiße und die Omega 3-Fettsäuren wirken sich günstig auf den Blutdruck aus.

Kaffeeverbote sind übrigens unsinnig. Der Einfluss des Kaffeetrinkens auf den Blutdruck ist in der Wissenschaft nach wie vor umstritten, doch scheint Kaffeegenuss lediglich bei Menschen mit wenig Kaffeekonsum eine Rolle zu spielen. Bei Menschen, die häufig Kaffee trinken, hat dieser jedoch keinen nachweisbaren Einfluss auf den Blutdruck.

Alkohol in Maßen getrunken, wirkt sich ebenfalls positiv auf den Blutdruck aus. Dieser Effekt kehrt sich jedoch sehr schnell ins Gegenteil um, wenn auch nur geringe Mengen zuviel getrunken wird.  Ein halber Liter Bier oder ein viertel Liter Wein am Abend sind noch in Ordnung. Moderater Alkoholkonsum wirkt sich auch positiv auf das (gute) HDL-Cholesterin aus. Aber auch dies verliert sich bei größeren Mengen.

Um Bluthochdruck entgegenzuwirken gilt auch hier: Regelmäßige körperliche Aktivität und die entsprechende Ernährung. Auch hier hat sich die LOGI-Methode bestens bewährt.

 

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