Apr 04 2012

Folgen des Vitalstoffmangels

Unser Körper braucht täglich 60 Mineralstoffe, 15 Vitamine, 12 wesentliche Aminosäuren und 3 wesentliche Fettsäuren. Das sind zusammen neunzig verschiedene  Lebensnotwendigkeiten

Etwa zehn Krankheitszustände sind zurückzuführen auf den Mangel an jeweils einem der 90 Nährstoffe zurück. Das bedeutet, dass 900 Krankheiten vermieden werden können, wenn wir unseren Organismus in die Lage versetzen, sich selbst wehren zu können. Doch wie entstehen Krankheiten? Werden Sie wirklich von Bakterien und Viren verursacht und ist krankes und geschwächtes Gewebe dafür verantwortlich? Unser Organismus ist geschwächt und kann nicht ordnungsgemäß funktionieren, wenn er unter einem Nährstoffmangel leidet. Und in diesem Zustand bietet er Angriffsfläche für Vieren und Bakterien. Vieren und Bakterien greifen niemals gesundes Gewebe an, das haben sie noch nie getan und werden es nie tun. Denn die körpereigene Abwehr ist in den meisten Fällen stärker als die Vermehrungskraft der Mikroben und das Körpergewebe noch intakt genug, um einen geeigneten Nährboden für Streptokoggen und Co zu liefern. Vieren und Bakterien sind die kleinsten Aasfresser der Welt und ihre Nahrung ist ausschließlich krankes Gewebe.

 

Mangel an Mineralstoffen

Calciummangel

Kalziummangel ist die Ursache von 147 verschiedenen Krankheiten. Er ist verantwortlich zum Beispiel für Osteoporose, Schlaflosigkeit, Herzprobleme, Bluthochdruck, Paradentose, Muskelzucken, Nervosität, Krämpfe. Er ist verantwortlich für die Bell-Lähmung, einer Fazialislähmung, einer meist einseitigen Lähmung des Gesichts. Arthritis wird zu 80 Prozent durch Osteoporose in den Knochengelenken ausgelöst. Der Arzt verschreibt Ihnen dabei in der Regel ein Schmerzmittel oder ein entzündungshemmendes Mittel. Das ist etwa so, als wenn Sie mit Ihrem Auto auf der Autobahn fahren und der Motor verliert Öl. Die rote Warnlampe leuchtet und Sie schneiden als Abhilfe das Kabel zur Lampe durch und fahren dann munter weiter. Auch Nierensteine sind auf Calciummangel zurückzuführen und nicht weil Sie zuviel Milch trinken oder zuviel Käse essen. Solche Aussagen sind schlichtweg falsch. Bei akutem Calciummangel verfällt der Körper in einen Zustand lokalisierter oder universeller Osteoporose. Der Körper beginnt den vorhandenen Vorrat an Calcium umzulagern. In der Niere wird Calcium resorbiert, bevor es mit dem Urin aus dem Körper ausgeschieden wird. Sie hält dabei so viel Calcium zurück wie sie kann. Es kommt so zur Bildung von Steinen, bevor das angesammelte Calcium an den Körper weitergegeben werden kann. Sobald kein Calciummangel mehr besteht, endet der Vorgang.

Selenmangel

kann die Ursache der folgenden Gesundheitsbeeinträchtigungen sein: Verminderte Aktivität der roten Blutkörperchen, konstante Müdigkeit, Muskelschwäche, Muskelschmerzen, Muskelschwund, Wirbelsäulenverkrümmung, Multiple Sklerose, Herzklopfen, unregelmäßiger Herzschlag, Leberzirrhose, Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, Parkinson, Alzheimer, Unfruchtbarkeit, zu geringes Geburtsgewicht, hohe Kindersterblichkeitsrate, sekundäre Anämie. Auswirkungen mit allein dem Mangel eines einzigen Spurenelements.

Siliziummangel

Silizium ist wichtig für die Festigkeit und Elastizität der Knochen, wichtig für die Festigkeit von Haar und Nägeln. Siliziummangel vermindert die Knochendichte und fördert Arteriosklerose. Es ist das Partnermineral für den Einbau des Calciums in den Knochen.

Zinkmangel

für das Kind im Mutterleib: Mongolismus, Lippenspalte, Gaumenspalte, Hirndefekte, Schlitzaugen, mit Verwachsungen versehene Gelenke, Füße mit Schwimmzehen, Wirbelsäulenspaltung
für den Erwachsenen: Abnorme Essgelüste, Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn, Unfruchtbarkeit, schlechte Wundheilung, Disfunktion des Immunsystems, geringes Wachstum, hohe Kindersterblichkeitsrate, verzögerte weibliche Reifung, Blutarmut, Haarausfall, Kraushaar, Diarrhöe, Wahnzustand, Depressionen, orale und periorale Dermatitis, akuter Gewichtsverlust, gutartige Prostatavergrößerung, Magersucht, Bulimie, hormonale Unterfunktion der Keimdrüsen

Magnesiummangel

Magnesium hat zahlreiche Funktionen im Körper. Bei einem Mangel spricht man auch von einem Magnesiummangel-Syndrom. Die wichtigsten Symptome sind Muskelkrämpfe, Reizbarkeit, Müdigkeit, schnelle Erschöpfung, innere Unruhe, kalte Füße, Kopfschmerzen, Mattigkeit und Energielosigkeit, Geräuschempfindlichkeit, Grübeleien, Verwirrtheit, Taubheitsgefühl in Händen und Füßen, übermäßiges Schlafbedürfnis, Herzklopfen, Herzjagen, Schwächegefühl, Kreuz- und Rückenschmerzen, Durchblutungsstörungen

Kupfermangel

Kupfer ist wichtig für die Bildung der roten Blutkörperchen und die Energiebereitstellung in den Zellen sowie für die Eisenaufnahme über den Magen-Darm-Trakt.

Eisenmangel

Haut- und Schleimhaut: Blässe, Brüchigkeit und Riefenbildung der Nägel, Koilonchie (Hohlnagel, Löffelnagel), Plummer-Vinson-Syndrom (Schleimhautdefekte, Einrisse im Mundwinkel, brüchige Nägel und Haare, Zungenbrennen, Schluckbeschwerden), Mundwinkelrhagaden, diffuser Haarausfall

Nervensystem: Kopgschmerzen, Schwindelgefühl, Konzentrationsstörungen, psychische Labilität, Pikazismus (essen von für den Ferzehr ungeignete Dinge wie Erde, Asche, Kalk .. manchmal auch Exkremente, Staub, Abfall), Restless-Legs-Syndrom (Bewegungsdrang mit oftmals unwillkürlichen Bewegungen der Beine, Füße, Arme), Müdigkeit
Blut: Eisenmangelanämie, Belastungsdyspnoe (erschwertes Sprechen, Atmung, Atemnot)

Das sind nur einige Beispiele der Dysfunktionen bei Mineralstoffmangel. Sie alle aufzuzählen würde hier den Rahmen sprengen.

Mangel an Vitaminen

Durch einen Mangel an Vitaminen wird eine Reihe von Krankheiten ausgelöst:
Skorbut

Skorbut wird durch einen Mangel an Vitamin C ausgelöst. Bei Säuglingen kennt man ihn auch unter dem Begriff Müller-Barlow-Krankheit oder Müller-Barlow-Syndrom. Seine Symptome sind

  • Zahnfleischbluten, Zahnfleischwucherungen  (Gingivahyperplasie) sowie Zahnausfall
  • Anfälligkeit gegen Infektionskrankheiten
  • Erschöpfung und Müdigkeit
  •  schlechte Wundheilung
  • Hautprobleme (Ekchymosen, Hyperkeratose) und Hautentzündungen sowie Hautblutungen (Petechien) und Blutungen im Bereich der Haarfollikel (perifollikuläre Hämorrhagien)
  • Muskelschwund
  • Knochenschmerzen durch Blutungen unter der Knochenhaut (subperiostal), hierdurch teilweise Hinken, Schonhaltung, Bewegungseinschränkung
  • Gelenkentzündungen
  • hohes Fieber
  •  starker Durchfall

Skorbut kann zum Tod durch Herzschwäche führen. Um Skorbut zu vermeiden reicht zwar eine tägliche Dosis von 50 mg Vitamin C, dennoch benötigen wir wesentlich mehr von diesem Vitamin für andere Aufgaben.

Beriberi

Beriberi entsteht duch den Mangel an Vitamin B1, dem Thiamin, entsteht. Das Vitamin ist am Glukosestoffwechsel und am Aufbau von Nervenzellen beteiligt. Die Symptome sind (trockene Form) Apathiem Nervenlähmungen, Zittern bei gleichzeitig erhöhter Reizbarkeit, Apetitmangel sowie (feuchte Form) Störungen des Herz-Kreislauf-Systems, später Erkrankung des Herzmuskels mit Herzvergrößerung, Herzinsuffizienz (allgemein als Herzschwäche bezeichnet) mit Ausbildung von Ödömen und Laktatazidose (Anstieg des Lactatwertes im Blut)

Pellagra

Sie wird ausgelöst durch den Mangel an Niacin (Vitamin B3). Die Symptome sind Durchfall, Dermatitis und Demenz. In Begleitung mit Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und Fieber treten Darmstörungen, nervöse Sypmtome wie Tremor, Lähmungen, Krämpfe und psychische Störungen sowie Hautveränderungen an Stellen, die dem Sonnenlicht ausgesetzt sind, auf.

Nachtblindheit

Nachtblindheit ist eine Sehbehinderung, die von einem Mangel an Vitamin A ausgelöst werden kann. Es ist eine Funktionstörung oder völliger Ausfall der Fotorezeptoren (Stäbchen) der Netzhaut, die dem Dämmerungssehen dienen.

Und dabei sind an dieser Stelle sind nur die schlimmsten Auswirkungen beschrieben.

Nun geben RDA und DGE Empfehlungen für die tägliche Dosis von Vitaminen und Mineralstoffen an. Ein Beispiel ist das Vitamin C: Die RDA empfiehlt 60 mg/Tag, die DGE 100 mg. Wie weit das von dem tatsächlichen Bedarf entfernt ist, zeigt der folgende Abschnitt:

Die drei Bedarfsfälle des Vitamin C

Der Darm reagiert empfindlich auf Ascorbinsäure, also Vitamin C. Es kommt zu einer Diarrhö (Durchfall), wenn zuviel Vitamin C eingenommen wird. Man spricht dabei von einer Darmverträglichkeitsdosis. Sie gibt die oral verabreichte Menge an Vitamin C an, die notwendig ist, um den Stuhl fast, aber nicht ganz zu verflüssigen. Das erstaunliche ist jedoch, dass diese Darmunverträglichkeitsdosis bei einer Krankheit zunimmt und zwar abhängig von jeweils der Schwere der Krankheit. Viele Krankheiten können merklich gelindert oder geheilt werden, wenn Vitamin C-Mengen verabreicht werden, die in der Nähe der jeweiligen Darmverträglichkeitsgrenze liegen. Bei Krankheiten, wie beispielsweise der Mononukleose (auch Morbus Pfeiffer genannt), einer häufigen, normalerweise harmlosen, grippeähnlichen Virusinfektion, kann sich die Darmverträglichkeitsgrenze auf 200 g oder mehr pro 24 Stunden erhöhen. Das sind 200.000 mg.

1. Fall: Vitamin C zur Skorbutprophylaxe (65 mg/Tag)

Für bestimmte, bereits ausführlich beschriebene und unbestrittene Stoffwechselfunktionen ist es essentiell (lebensnotwendig). Im niedrigen Dosisbereich dient es der Skorbutprophylaxe

2. Fall: Vitamin C zur Prophylaxe von akutem, indizierten Skorbut und zur Verstärkung Vitamin C-abhängiger Prozesse (1.000 bis 20.000 mg/Tag)

In diesem zweiten Wirkungsbereich wird das Vitamin C immer noch als Vitamin eingesetzt, wobei eine höhere Dosierung die grundlegenden Vitamin C-Funktionen aufrecht erhält. Das Vitamin wird in einem geschädigten oder kranken Gewebe, in dem ein Übermaß an freien Radikalen vorhanden ist, durch deren Bindung relativ schnell zerstört. Es gibt in der neueren Literatur genügend Beweise für den Vitamin C-Abbau durch Stress und Krankheit.

Darüber hinaus beschäftigt sich die neuere Vitamin C-Forschung mit bestimmten Funktionen, die durch die Vitamin C-Mengen verstärkt werden können. Dieser Dosisbereich liegt zwischen einem und 20 Gramm pro Tag. Es gibt Berichte, dass viele Menschen, die Vitamin C un dieser Dosierung einnehmen, schon lange Jahre keine Erkältung mehr hatten. Viele Menschen konnten ihre chronischen Defekte damit erstmals heilen.

3. Fall: Vitamin C zur Bereitstellung von Reduktionsäquivalenten (30.000 bis 200.000 und mehr mg/Tag)

Dieser dritte Wirkbereich wird in der Literatur fast nicht erwähnt, ist aber der weitaus interessanteste Aspekt. Hier schwankt die Dosis zwischen 30 bis 200 Gramm und mehr pro 24 Stunden. Hierbei ist wichtig, dass diese hohen Vitamin C-Mengen auch die Funktionen der ersten beiden Wirkbereiche erfüllen. Was aber noch wichtiger ist, ist die große Menge an Reduktionsäquivalenten, die hierdurch bereitgestellt werden, um überschüssige freie Radikale zu neutralisieren. Denn die Anzahl der radikalbedingten Erkrankungen wird immer größer. Dazu zählen inzwischen Infekte, kardiovaskuläre Erkrankungen, Krebs, Traumata, Verbrennungen sowohl durch Hitze als auch durch Radioaktivität, Operationen, Allergien, Autoimmunerkrankungen und Alterungsprozesse.

Oxidativer Stress

Die freien Radikale, wie gefährlich sind sie und wie entstehen sie?

Oxidativer Stress durch freie Radikale, wie gefährlich sind sieEin Beispiel: Sauerstoff reagiert in der Atmungskette der Zellen mit Wasserstoffionen zu Wasser. Dies geschieht, da jedes Atom die Edelgaskonfiguration mit acht Elektronen auf der äußersten Elektonenschale anstrebt. Eine solche Konfiguration ist für 1 Sauerstoffatom (O2-) mit sechs Elektronen und für 2 Wasserstoffatome (H+) mit je einem Elektron auf der äußeren Elektronenschale gegeben. Da Sauerstoff selbst dort nur sechs und Wasserstoff ein Elektron besitzt, gehen beide eine Verbindung miteinander ein: im entstehenden Wasser ist für alle drei Atome die Edelgaskonfigurationen erreicht. Dieser „Verbrennungsvorgang” führt dem Körper Energie zu. Ein Großteil des entstandenen Wassers wird später über die Harnwege ausgeschieden.

Trotz ausgiebiger Schutzmechanismen ist dieser Prozess in etwa zwei Prozent der Fälle fehlerhaft, dann nämlich, wenn sich nur ein Wasserstoffatom mit einem Sauerstoffatom verbindet. Weil das Sauerstoffatom und das Wasserstoffatom zusammen dann mit sieben Elektronen auf der äußeren Schale der Edelgaskonfiguration bereits nahe ist, strebt es als „freies Radikal” (OH-) danach, sich mit dem nächst besten Atom oder Molekül zu verbinden.

Freie Radikale entstehen hauptsächlich in den Mitochondrien, den „Kraftwerken“ der Zelle, wo in der Atmungskette ständig Nährstoffe mit Sauerstoff verbrannt werden. Zwar verfügt der Körper über Mechanismen, um diese aggressiven Verbindungen abzufangen oder entstandene Schäden zu reparieren, aber mit der Zeit werden diese Abwehrkräfte schwächer, und die Zahl der Schadstellen nimmt zu. Mitochondrien sind schon deshalb so gefährdet, weil sie zwar über eigenes Erbgut, aber nicht über die dazugehörigen Reparatursysteme verfügen, weshalb sie im Laufe des Lebens zunehmend zugrunde gehen. Aber auch die empfindlichen Zellwände sind einer großen Gefahr ausgesetzt.

Zur Abwehr setzt der Körper Schutzenzyme und Antioxidantien (Glutathion, Vitamin C, Vitamin E und β-Carotin) ein, die den oxidativen Abbau verhindern. Diese Moleküle neutralisieren die freien Radikale durch Übertragung eines Elektrons. Sie werden zwar dabei selbst zum freien Radikal, besitzen jedoch die Eigenschaft, sich gegenseitig binden zu können. Das funktioniert unter bestimmten Umständen aber nicht immer. Sie werden „pro-oxidativ“ und greifen nun ihrerseits die Zellen an.

Was begünstigt die Entstehung freier Radikale?

  • Immer mehr Zusatzstoffe in unseren Nahrungsmitteln
    Die Palette reicht von Farb- und Konservierungsstoffen , Gelier-, Verdickungs- und Feuchthaltemitteln, Emulgatoren, Geschmacksverstärker, Trenn- und Süßungsmitteln sowie Zuckerersatzstoffe
  • Hohe Belastungen der Lebensmittel
    durch extreme Düngung und das damit verbundene (und erwünschte) Turbowachstum, frühe Ernten für lange Lagerzeiten, Konservierung durch radioaktive Bestrahlung, lange Transportwege, Haltbarkeitswahn in Fertigprodukten und nicht zuletzt die „Fastfood-Esskultur” können zu einem Vitalstoff-Verlust führen
  • Verluste der Nährstoffe bei Zubereitungsmethoden durch Mikrowelle & Co.
    beim Dämpfen: ca. 10% verloren im Schnellkochtopf verbleiben im Kochwasser ca. 10%, ca. 40% Verlust normales kochen: ca. 60% im Kochwasser, ca. 20% Verlust Mikrowelle: ca. 95% Verlust
  • Umweltschadstoffe
    Abgase aus Autos und Fabriken, Wohngifte aus Möbeln, Teppichen, Farben und Lösungsmitteln
  • Rauchen und Stress
    sind weitere erhebliche Faktoren

 

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