Mrz 30 2012

Fettfresser L-Carnitin

Fettfresser L-Carnitin in rotem MuskelfleischDer Fettfresser L-Carnitin ist hauptsächlich in rotem Muskelfleisch vorhanden. Dieser Eiweißstoff kann aber auch reichlich aus den beiden Aminosuren Methionin und Lyczsin hergestellt werden. Methionin ist in vielen Lebensmitteln enthalten. Man findet es vor allem in Fisch (Lachs, Garnelen), Fleisch und Gemüse (Brokkoli, grüne Erbsen, Rosenkohl, Spinat), Ei, Vollkornbrot und Reis.

Lysin ist eine für den Menschen essentielle Aminosäure und muss mit der Nahrung zugeführt werden. Man findet Lysin hauptsächlich in Rindfleisch, Hähnchenbrustfilet, Lachs, Hühnerei, Kuhmilch, Walnüssen, Weizen-Vollkornmehl, Mais-Vollkornmehl, ungeschältem Reis und Erbsen.

Carnitin wirkt durch zwei Enzyme, die an der inneren und äußeren Membran der Mitochondrien in den Zellen sitzen. Das eine Enzym nimmt das Fettmolekül und gibt es an das andere an der Innenseite der Membran weiter. Nur so und nicht anders gelangen die besonders langkettigen Fettmoleküle zur Energiegewinnung in die Mitochondrien, den Heizkesseln der Zelle. Eine besondere Rolle spielt dieser Mechanismus aber in den leistungsfähigsten Muskelzellen, den Herzmuskelzellen. Das Herz ist der aktivste Muskel und dort wird enorm viel Fett gebraucht und zwar die besonders langkettigen Fettsäuren mit mehr als 16 Kohlenstoffatomen.

Schemazeichnung einer tierischen Zelle

Schemazeichnung einer tierischen Zelle (Organellen sind sozusagen die Organe der Zellen). Membranumschlossene Organellen: Zellkern (2), Vesikel (4), raues Endoplasmatisches Reticulum (ER, 5), Golgi-Apparat (6), Glattes ER (8), Mitochondrien (9), Lysosom (10), Peroxisomen (12) Strukturen ohne Membran, die je nach Definition zu den Organellen gezählt werden könnten: Nukleolus (1), Ribosomen (3), Mikrotubuli (7), Zentriolen (13)

Moderne Menschen werden meist von früh bis spät durch die Stressmühlen gedreht, die den Körper enorm belasten. Die Körperzellen müssen mehr Fett verbrennen und brauchen deshalb mehr Carnitin. Nerven- und Gehirnzellen benötigen Glukose aus Kohlenhydraten und bedingt, dass die Glukosereserven im Körper auf höchsten zwei bis drei Stunden begrenzt sind. Daher bleibt ein Extrabedarf an Energie aus Fetten.

Carnitin gelangt sehr schnell vom Darm her ins Blut und kommt auch sehr schnell durch die schützende Zellmembran ins Zytosol, das wässrige Innere der Körperzellen. Carnitin ist für die Fettverbrennung überaus wichtig und wird daher kaum über die Nieren ausgeschieden. Rund 90 Prozent des Carnitin gehen wieder ins Blut zurück.

Damit Carnitin wirksam werden kann, ist es auf die Hilfe von Vitamin C und Eisen angewiesen. Eisen sorgt für den Sauerstofftransport im Blut, ohne den keine Verbrennung stattfinden kann. Vitamin C dagegen verhindert als Antioxydanz die vorzeitige Oxydation, also die Verbrennung der Fettzellen mit Sauerstoff.

Wie wirkt der Fettfresser L-Carnitin bei der Fettverbrennung?

Aufbau einer Mitochondrie - chematische Darstellung

Mitochondrien – die Kraftwerke Die Mitochondrien gehören zu den selbstvermehrenden Organellen und sind nur in Eukaryoten in unterschiedlicher Anzahl zu finden. Sie enthalten ein eigenes Genom, das viele, aber nicht alle der für die Mitochondrien wichtigen Gene enthält. Die anderen Gene befinden sich auf den Chromosomen im Zellkern. Deshalb sind die Mitochondrien semiautonom. Mitochondrien werden als „Energiekraftwerke“ der Zelle bezeichnet. In ihnen findet die Oxidation organischer Stoffe mit molekularem Sauerstoff statt, wobei Energie freigesetzt und in Form von chemischer Energie (ATP – Adenosintriphosphat) gespeichert wird.

Wird eine Körpergewichtsabnahme mittels Sport und Diät angestrebt, wird Carnitin mitunter als Nahrungergänzung empfohlen, um einen besseren Umsatz der Fettsäuren zu erreichen, da der Stoffwechsel bei Übergewichtigen meist nicht an die körperliche Leistung angepasst ist. Carnitin allein ist jedoch kein Wundermittel gegen Fettpolster. Lediglich bei festgestelltem Mangel anhand einer Blutuntersuchung ist eine Ergänzung mit Carnitin zu empfehlen.

Zumeist liegt nämlich ein anderer Grund für eine unzureichende Fettverbrennung vor. Ein Hauptproblem vieler Dicker ist, dass sie viel zu wenig Mitochondrien für die Beta-Oxydation (Fettverbrennung) besitzen. Je schlechter sich ein Mensch ernährt und je weniger Bewegung er hat, um so mehr sinkt die Anzahl der fettverbrennenden Mitochondrien in Zellen auf manchmal nur 100 oder sogar nur 80. Gutgenährte Muskelzellen haben bis zu 1.000 Mitochondrien. Die Fähigkeit zur Fettverbrennung sinkt in solchen Fällen um bis zu 90 Prozent.

Je mehr Sport ein Mensch treibt und je gesünder die Kost ist, um sie größer und damit leistungsfähiger sind seine Mitochondrien. Bei einer entsprechenden Umstellung steigt auch schnell die Anzahl dieser Brennkammern an (mitunter innerhalb einer halben Stunde. Mit zu wenig Mitochondrien ist alles Hungern und Fasten zwecklos, Vitalstoffe wie Vitamine, Eiweiße und Spurenelemente werden dem Körper zu wenig zugeführt. Über die entstandenen Defizite bauen sich Befindlichkeitsstörungen auf.

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